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Was tun, wenn Pferde "in Rente" gehen? Abgeschoben oder gut aufgehoben? Im Rahmen der Vortragsreihe "Rund ums Pferd", einer Veranstaltung des Fördervereins der Beruflichen Schule Münsingen, stand das Thema "Ruhestandspferd" im Focus des Interesses. VON HEIKE FEUCHTER Antworten auf die Fragen gab es aus kompetenter und fachkundiger Hand: Diplom-Agraringenieurin Sandra Gogel, Inhaberin eines landwirtschaftlichen Betriebs mit Stutenmilchproduktion und Ruhestandspferden in Trochtelfingen- Haid sowie Carina Krumbiegel, Pferdewirtin und Master of Science am Haupt- und Landgestüt Marbach, berichteten von ihren Erfahrungen mit den "Pferderentnern". Dass Pferde immer älter werden und das Thema schon daher aktuell ist, erläuterte Carina Krumbiegel. "Sieben bis acht Jahre ist die durchschnittliche Nutzungsdauer der Reitpferde, dann kommt im Alter von 15 bis 17 Jahren der Ruhestand." Der Lebensabend sollte mit tiergerechter Haltung und Fütterung, genügend Auslauf, Weide und umfassender medizinischer Betreuung genossen werden dürfen. In einer Studie hat Krumbiegel das Sozialverhalten von Warmblutpferden in Gruppenhaltung untersucht. Gruppen unterschiedlicher Größen und Haltungsformen wurden auf Parameter wie Rangposition, Gruppenstruktur, Beziehungen oder Ruheverhalten hin beobachtet. Detailliert brachte die Fachfrau die Ergebnisse und Erfahrungen, von denen auch die Ruhestandspferde profitieren, vor. Handhabung und Lösungen auf dem "alten Haidhof" stellte Sandra Gogel vor. Ihr Hof beheimatet in Boxen- und Laufstallhaltung nicht nur die Tiere der Stutenmilchproduktion, sondern auch Rentner- und Rehapferde. Ein Hektar Weideplatz mit altem Baumbestand pro Pferd und ganzjähriger Weidegang macht auch den alten Haidhof zum Rentnerparadies. Auch wenn es noch vereinzelt Pferde gibt, die mit der Freiheit nichts anfangen können: "Wir hatten einen Senior, der sechzehn Jahre keine Weide kannte. Er floh anfangs vor der weiten Fläche", erinnert sich Sandra Gogel. Die Seniorpferde, das älteste ist 27 Jahre alt, leben in Kleingruppen oder Boxenhaltung. "Fütterungs- und Ruhezeiten sind bei alten Tieren höher, dem gerecht zu werden, ist im Großgruppen-Laufstall schwieriger", erläutert Sandra Gogel. Der Betrieb fährt auf hohem Serviceniveau, gewährt eine Komplettversorgung von Pflege über Fütterung bis Hufpflege und Tierarztversorgung. Um die Ruhe nicht zu stören, werden die Ruheständler nicht mehr beritten. Auch in der Einrichtung von Sandra Gogel haben Sozialisierung und Gruppenprozesse einen hohen Stellenwert. "Pferde, die Sozialverhalten mitbringen, sind von Vorteil und leben sich schneller ein", weiß die Fachfrau. Im Anschluss an den Vortrag stellten sich die beiden Agraringenieurinnen den vielen fachkundigen Fragen aus dem Publikum. Mit freundlicher Genehmigung des Alb-Bote Münsingen, veröffentlicht am 14.1.2009
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